Montag, 27. Dezember 2010
Der Brunnen des Lebens
Adoption von Frau Holle

In einem Brunnen auf einem Bauernhof versiegt das Wasser. Der Bauer ist
verzweifelt. Mit dem Wasser aus dem Brunnen wurde das Vieh getränkt und
das angebaute Gemüse begossen. Auch das Wasser für den bäuerlichen
Haushalt wurde aus dem Brunnen entnommen.

Um Hilfe für sein Problem zu bekommen, hat der Bauer eine Brunnenbaufirma
beauftragt, ihm einen neuen Brunnen zu bohren oder den alten zu erneuern.
Die Brunnenbaufirma schickte erst einmal einen Geologen, der ein Gutachten
erstellen sollte.

Die Zeit des Wartens war für den Bauer unerträglich. Der Bauer sinnierte
vor dem Schlafeingehen, wie er erst einmal ohne den Brunnen Wasser
beschaffen könnte. Der Winter mit Schnee und Eis überzog den Hof mit einer
weißen Pracht. Seine Söhne Hans und Franz sollten möglichst viel Schnee in
einem entsprechenden Behältnis sammeln, um das Wasser des getauten Schnees
zu speichern. Und so kam es zu einem sonderbaren Traum, dessen Ursprung in
seinem Problem begründet war. Mit dem letzten Blick aus dem Fenster, vor
dem die Schneeflocken tanzten, schlief der Bauer ein.

Der Bauer träumte, dass seine Söhne in den Brunnen steigen. Er konnte
alles sehen, was seine Söhne in der Unterwelt erlebten.

Als sie auf dem Grund des Brunnens ankamen, standen sie auf einer grünen
Wiese. Es erschien eine schöne junge Frau mit blonden Haaren. Sie stellte
sich vor:

"Ich heiße Sonnenmarie und bin die Abgesandte von Frau Holle. Ich soll
euch durch die Unterwelt führen."

Als erstes kamen sie zu einem Apfelbaum mit vielen schönen roten Äpfeln.

"Das ist der Baum der Erkenntnis. Ihr wisst doch: Wer einen Apfel von
diesem Baum isst, der erkennt alle Zusammenhänge des Lebens."

Die beiden Brüder schauten sich an und fragten:

"Die Zusammenhänge des Lebens? Warum es Leben mit Menschen, Tieren und
Pflanzen gibt? Warum sich alle Lebewesen fortpflanzen?"

"Ja, so ist es", sagte die schöne, junge Frau.

"Dürfen wir uns denn einen Apfel abpflücken?", Fragten die beiden Brüder.

"Ihr dürft euch jeder einen mitnehmen, aber noch nicht verzehren",
antwortete die Sonnenmarie.

Sie gingen weiter und kamen an einem großen Backofen.

"In diesem Backofen wird das Brot der Liebe und der Zeugung gebacken."

"Der Liebe und der Zeugung? Soll das etwa heißen: Wer von diesem Brot
etwas isst, der will, wenn er ein Mädchen oder eine Frau trifft, mit ihr Fi- oh, verzeih, das wollte ich nicht sagen. Geschlechtsverkehr haben", entfuhr es dem einen Sohn, "

"warum willst du nicht die Wahrheit sagen? Ficken ist ein gutes Wort für eine Tätigkeit die, die Voraussetzung ist, dass Leben entsteht. Weil Leben etwas ist, was schön sein soll, empfinden die Menschen und vielleicht auch die Tiere Freude und Lust beim -- wie du sagen wolltest -- ficken. Ihr werdet verstehen, dass ich euch bitte, von dem Brot, das ihr euch mitnehmen dürft, noch nichts zu essen."

Die Brüder schauen sich verdutzt an, aber auch mit verstohlenen Blicken zur
Sonnenmarine, die sie anlächelt.

Nachdem sie noch ein wenig weiter gegangen waren, kamen sie an einen
Brunnen, der dem Brunnen auf ihrem Hof glich.

"Wir müssen hier warten. Meine Freundin, die Regenarie, wollte sich mit
uns hier treffen. Sie wird uns in ihrem Teil der Unterwelt weiterführen."

Einen Augenblick später erschien eine ebenfalls schöne junge Frau mit
langen schwarzen Haaren.

"Das ist meine Freundin, die Regenmarie. Sie ist die Tochter der
Regentrude. Frau Holle und die Regentrude sind Freundinnen, eigentlich
sind sie aber Göttinnen aus uralten Zeiten", sagte die Sonnenmarie.

Am Brunnen bei der Regenmarie war die Landschaft nicht mehr so schön wie
bei der Sonnenmarie. Die Wiese, auf dem der Brunnen stand, war völlig
verdorrt. Die Bäume und Büsche am Rand der Wiese hatten keine Blätter
mehr. Die Brüder fragten:

"Was ist denn hier passiert?"

"Ihr seht, dass der Brunnen hier genauso aussieht wie der Brunnen auf eurem
Hof. Wenn euer Brunnen versiegt, dann versiegt auch dieser Brunnen. Wenn
ihr in eurer Welt die Landschaft verändert oder die Lebensbedingungen für
die Pflanzen und Tiere verschlechtert, werden die Auswirkungen bei uns
gleich und noch eher als bei euch zu sehen sein, sagte die Regenmarie.

Auf der Wiese waren Erdlöcher zu sehen. In einigen der Erdlöcher konnte
man erkennen, dass sie mit einer dicken Kloakenflüssigkeit gefüllt waren.
Aus anderen Löchern kamen stickige Dämpfe. Das Gelände bei den Erdlöchern
war in eine ekelhaft stinkende Duftwolke gehüllt. In den Löchern mit der
Kloake blubberten die entweichenden Gase. Der Wind trieb die stinkende
Duftwolke zu den Brüdern und den Freundinnen.

"Das hier ist es ja wie in der Hölle. Lasst uns bloß von hier verschwinden",
sagte Hans, und Franz sagte zur Regenmarie gewandt: "Wie kommen wir denn
nun zur Regentrude? Denn ich hoffe, dass sie uns helfen kann."

"Es ist ein großes Geheimnis, wie man zur Regentrude kommt, und ich darf es euch nicht verraten", sagte die Regenmarie.
„Nur wenn ihr die Erkenntnis habt, wie die Bedürfnisse der Menschen, Tiere und Pflanzen auf der Erde beschaffen sind und dass ihr sie so gestaltet, dass alle ihrer Art entsprechen leben können. Dann darf ich euch den Weg zur Regentrude zeigen. Die Regentrude ist dann bereit mit euch zu reden,“ sagte die Regenmarie.“
„Aber wir haben doch noch die beiden Äpfel vom Baum der Erkenntnis,“ sagte Hans.
Hans und Franz holten ihre Äpfel aus ihren Taschen. Sie wollten gerade hinein beißen, als die Sonnenmarie rief: „Halt - Ich muss euch noch sagen, dass ihr erst mit Frau Holle sprechen solltet, bevor ihr in den Apfel beißt.“
„Also, gut sagte die Regenmarie, ich sehe ja, dass ihr mit guten Willen euren Brunnen zum Leben erwecken wollt. Ich zeige euch den Weg zur Regentrude.“ Wie aus einem Mund sagten die beiden Frauen: „Wir kennen auch den Spruch womit ihr die beiden Göttinnen zum Erscheinen rufen müsst.“

Die Regenmarie führte sie zu einem holen Baumstumpf einer alten Weide.

„Hier müsst ihr den Spruch: Mutter der Erde, Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit, Mutter des Lebens Göttin der Sonne der Lust und der Freude erscheint,“ sagte die Regenmarie.
Die Brüder sagten ihren Spruch auf. Die Sonne ging auf. Eine wunderschöne Frau mit einem goldfarbenen Kleid schwebte vom Himmel herab. Aus dem Baumstumpf kam eine ebenfalls eine wunderschöne Frau die mit Blumen und grünen Pflanzen geschmückt waren.
„Erdlige was sucht ihr hier in unserer Götterwelt?“ Sagte die Frau die Frau Holle sein musste.
„Göttin der Sonne, die beiden jungen Männer möchten einen Rat von euch. Der Brunnen auf ihrem Bauernhof ist versiegt, es gibt dort kein Wasser mehr für die Menschen, Tiere und Pflanzen, “ sagte die Sonnenmarie.
„Die Unvernunft der Menschen hat die Natur durcheinander gebracht. Die Folgen seht ihr hier,“ sagte die Regentrude.

Frau Holle sagte: „Wenn euer Handeln von der Vernunft geprägt sein wird, werdet ihr die richtigen Entscheidungen treffen, dafür benötigt ihr nicht die Äpfel vom Baum der Erkenntnis.“
Die Regentrude sagte: Wenn euer Leben mit Freude und Zufriedenheit erfüllt sein soll, dann nehmt euch in die Arme und liebt euch, dafür benötigt ihr nicht das Brot aus dem Backofen der Liebe und der Zeugung. Nehmt aber die Menschen die ihr liebt niemals in euren Besitz. Liebe ist unbegrenzt und nicht nur einen Menschen beschränkt.“
Frau Holle sagte: „Geht zurück zu der Stelle an der ihr in die Unterwelt gelangt seid,“
Die Brüder befolgten den Rat der Göttinnen. Hans nahm die Sonnenmarie in den Arm und Franz nahm die Regenmarie in den Arm, so gingen sie zurück zur grünen Wiese.
„Last uns noch ein wenig in diesem Paradies verweilen und die Äpfel und das Brot verzehren“, sagte Hans“.
Sie setzten sich in das Gras und teilten sich die Äpfel und das Brot. Nach dem sie ihr kleines Imbiss verzehrt hatten küssten die beiden Frauen ihre Kavaliere.
„Ich möchte euch jetzt lieben,“ sagte Franz
Die beiden Frauen sahen sich an und sagten: „Wir euch auch“
Hans umarmte die Sonnenmarie die beiden Küsten, streichelten sich und liebten sich. Franz und die Regenmarie taten es ihnen gleich. Nach dem sie mit ihrem Liebesakt zum Ende kamen, sagte Franz:
„Ich liebe aber auch die Sonnenmarie und möchte sie auch in den Arm nehmen.“
„Oh ja,“ sagten die anderen drei, „last uns die Partner tauschen.“
So kam es noch einmal zu einem Liebesakt und zu einem heftigen gemeinsamen Orgasmus der beiden Liebespaare.
Der Bauer wachte auf. An seinem Bett standen seine beiden Söhne mit ihren Freundinnen. Sie Lachten, weil der Vater noch teilweise in seinem Traum war und verrückte fragen stellte.
„Was müssen wir den machen damit unser Brunnen wieder Wasser gibt?“ Fragte der Bauer.
Franz sagte:
„Der Geologe meint dass der Brunnen tiefer gebohrt wird muss, weil sich die wasserführende Schicht, durch die Entnahme des Wassers am Wasserwerk abgesenkt hat. Die Leute vom Wasserwerk wollen bei uns noch einen sogenannten Peilbrunnen errichten um den Wasserpegel der wasserführenden Schicht zu kontrollieren.
Und Hans sagte: „Außerdem sollen wir die Gülle von unserem Vieh nicht mehr auf dem Acker ausbringen, weil es das Wasser vergiftet.“
„Für die Erkenntnis brauchtet ihr doch nicht in die Unterwelt absteigen.“ Sagte der Vater. Die Söhne und ihre Freundinnen lachten und verließen das Bett des Alten.

G.P. 30.10.2010

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